Ältester Briefmarkensammlerverein Deutschlands

Wir erinnern an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945

Vor 74 Jahren, am 13. Februar 1945, ging das alte Dresden im Bombenhagel des zweiten Weltkrieges unter.

In mehreren Angriffswellen mit bis zu 529 Bombern wurden mehr als 3.000 Tonnen Bomben über der Stadt abgeworfen, die einen verheerenden Feuersturm auslösten und ganze Straßenzüge vernichteten. Bis zu 25.000 Menschen verloren ihr Leben und nahezu die gesamte Altstadt mit ihren vielen Kulturdenkmälern wie dem Zwinger, der Sophienkirche, der Frauenkirche, der Kreuzkirche, der Semperoper und vielen weiteren wurde fast völlig zerstört.

 

 

Wir erinnern an die schrecklichen Ereignisse jener Nacht und der darauf folgenden Tage. 

 

Der Oberbefehlshaber des britischen Bomberkommandos, Arthur Harris, wollte mit Flächenbombardements den Durchhaltewillen der Zivilbevölkerung endgültig brechen. Bis Anfang 1945 war Dresden die einzige deutsche Großstadt, die noch nahezu unzerstört war.  

 

Die erste Angriffswelle begann kurz nach 22 Uhr. Zuerst wurde die Innenstadt mit Magnesiumfackeln ausgeleuchtet. Anschließend warfen Mosquito-Bomber rote Zielmarkierungen auf das Stadion im Ostragehege. Danach setzten 244 britische Lancaster-Bomber mit Brandbomben die Innenstadt in Flammen.

 

 

Am darauf folgenden Tag gab es noch einen weiteren gezielten Angriff von mehr als 300 amerikanischen B-17 Bombern, der hauptsächlich dem Bahnknotenpunkt in Dresden-Friedrichstadt und einigen Rüstungsbetrieben galt.

 

Als Dresdner Philatelisten möchten wir aber auch versuchen, die dramatischen Ereignisse der Bombennacht vom 13. Februar 1945 eindrucksvoll postalisch darzustellen:
Der Inhalt der abgebildeten Eilnachrichtenkarten bringt uns näher an die apokalyptischen Ereignisse jener Nacht heran. Wir stellen hier zwei Karten mit den darauf notierten Einzelschicksalen vor und verzichten bewusst auf eine Kommentierung, denn die Formulierungen der Opfer sprechen für sich!

 

 

 

15.02.1945 "Wir leben noch nach 3 schweren Angriffen" 

 

 

 

16.02.1945 "Völlig ausgebombt, unverletzt, Wilhelm lebt, Ziel seiner Krankenhausverlagerung noch unbekannt."

 

Zur postalischen Erläuterung von Eilnachrichtenkarten:

Eilnachrichtenkarten wurden von der Reichspost während des Zweiten Weltkriegs eingeführt, weil es für Soldaten und Angehörigen nur schwer zu ertragen war, wenn sie von großen Bombenangriffen auf Heimatorte hörten und auf Nachricht aus der Heimat warten mussten. Vertreter des Oberkommando des Heeres, der Volkswohlfahrt, des Propagandaministeriums und der Reichspost hatten sich im März 1943 auf die Einführung einer „Eilfeldpostkarte", noch ohne Vordruck, verständigt. Die Reichspost verfügte am 16. November 1943 die Einrichtung „eines neuen Dienstzweiges der deutschen Reichspost, für die von schweren feindlichen Bombenangriffen getroffene Bevölkerung".  

Mit der Eilnachrichtenkarte war es erlaubt, innerhalb von vier bis zehn Tagen nach dem Angriff aus und nach der betroffenen Stadt gebührenfrei private Post zu senden, um Verwandten möglichst rasch Nachricht über das Wohlergehen zu geben und falls nötig, die neue Anschrift mitzuteilen. Bedingung war, dass die Stadt im Wehrmachtbericht erwähnt worden war, ansonsten galt eine Frist von vier Tagen. Sollte die Postanlage selbst getroffen worden sein, wurden bereits vorbereitete Lastkraftwagen zum Transport in die nächstgelegene Postanstalt eingesetzt. Oft erfolgte der Versand der genannten Karten aus Notquartieren benachbarter Gemeinden Dresdens.
Nicht immer wurden die Eilnachrichtenkarten ordnungsgemäß abgestempelt, da der normale Postdienst erst oft nach längerer Zeit ganz reibungslos arbeitete.

 

 

Gedenkkarte Bund 1995 (Ganzsache) zum 50. Jahrestag der Zerstörung Dresden