Ältester Briefmarkensammlerverein Deutschlands

Aktuelle Änderungen auf Grund der

Corona-Pandemie

Auf der Grundlage des BDPh-Newsletter vom 13.03.2020 und er aktuellen Situation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie informieren wir Sie wie folgt:

Liebe Sammlerfreundinnen und Sammlerfreunde,

sicher sind Sie alle durch die Nachrichten der letzten Tage und Stunden sehr besorgt. Wir realisieren erst langsam, dass es durch die Corona-Pandemie auch zu Einschränkungen des täglichen Lebens kommen wird. Davon ist auch das philatelistische Leben betroffen, selbst wenn es sich hierbei zumeist um Zusammenkünfte kleinerer Gruppen handelt. Folgende Empfehlungen erachten wir für unser Vereinsleben als angebracht.

Gefährdung und persönlicher Schutz:

Prinzipiell ist jeder von uns für eine Infektion mit dem Virus gefährdet. Alles, was verschoben werden kann, sollte verschoben werden, jeder unnötige Kontakt mit anderen Menschen vermieden werden. Jeder kann Überträger sein! Besonders gefährdet sind Personen über 65 Jahre sowie Personen mit geschwächter Immunabwehr bzw. mit Vorerkrankungen. Da wir unter den Sammlern einen hohen Anteil über 65 Jahren haben, sollten wir davon ausgehen, dass unsere IPV Mitglieder besonders gefährdet sind.

Kleine und große Veranstaltungen absagen:

Auch wenn Sie meinen, dass es Sie selbst vielleicht nicht betrifft oder kleinere Zusammenkünfte nicht so schlimm sind, sollten Vereinstreffen und Tauschtage für die nächste Zeit generell abgesagt werden.

Wie lange gelten die Einschränkungen?

Wichtig ist jetzt, dass alle Vereine durch ihr Verhalten zum Gesundheitsschutz der Mitglieder beitragen.

Es ist heute nicht absehbar, wann sich die komplizierte Situation wieder normalisiert und unsere Treffen ohne gesundheitliche Gefährdung möglich sein wird. Mit der heutigen Planung haben wir als IPV Vorstand zunächst beschlossen, dass alle Veranstaltungen des „Internationalen Philatelistenverein von 1877 Dresden e.V.‟ bis einschließlich 04.05.2020 ersatzlos ausfallen.

Unser nächstes Vereinstreffen findet, soweit sich die Situation normalisiert hat,

am     05.05.2020    wie immer um 16:00 statt.

Am Dienstag, dem 05. Mai 2020 dann wieder mit Tauschmöglichkeiten, aktuellen Angeboten und Informationen durch den IPV. Geplante Vorhaben und Veranstaltungen werden dann in der II. Jahreshälfte erneut eingeplant.

Wir bitten Sie höflich, Sammlerfreunde, die wir heute nicht erreichen können, entsprechend zu informieren und auf diese wichtige Veränderung hinzuweisen.

Bitte entnehmen Sie eventuelle weitere Terminverschiebungen und Änderung in unserem Programm den aktuellen Informationen auf unserer Homepage.



Eine Asien-Reise aus philatelistischer Sicht

Der Autor bereiste im Februar 2020 die Länder Vietnam, Kambodscha und Thailand. Als Philatelist war es ihm ein Bedürfnis, die jeweiligen Postämter der bereisten Städte aufzusuchen, ein Blickwinkel, den sicher nur sehr wenige Reisende heute teilen. Umso interessanter ist vielleicht dieser Erfahrungsbericht.

Die Reise startete am ultramodernen Flughafen Saigon, auch Ho-Chi-Minh-Stadt. Die offizielle Bezeichnung der 7-Millionen-Metropole huldigt dem bereits 1969 verstorbenen Gründungsvater der sozialistischen Republik, der von seinen Landsleuten ehrerbietig "Onkel Ho" genannt wird. Ansonsten hat man mit dem Kommunismus besonders in Saigon, das ein Drittel der Wirtschaftskraft des ganzen Landes stellt, wenig am Hut. Die Einheimischen nennen ihre Stadt wie früher Saigon und fahren ganz auf Marktwirtschaft ab. Das im wörtlichen Sinn: Das Fahrrad ist komplett von Motorrollern abgelöst, aber auch schwere Motorräder und Luxussportwagen sind im Straßenverkehr sichtbar. Am beeindruckensten ist aber die Eleganz der schick gekleideten vietnamesischen Frauen.

Das Hauptpostamt aus dem Jahre 1891 (Abb. 1) wurde von den Franzosen errichtet; sein Stahlgerüst stammt vom bekannten Gustave Eiffel (der Turm in Paris!). Weiterlesen



Abbildung 1: Hauptpostamt Saigon



Sonderpostwertzeichen zum Thema: Nachhaltigkeit


Zum Schutz unseres Planeten und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse haben die Vereinten Nationen einen 17-Punkte-Plan aufgestellt. Seit dem 1. Januar 2016 soll dieser Plan von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.
Am 6. Februar 2020 erschien dazu in Deutschland ein Sonderpostwert-zeichen mit dem Thema: Nachhaltige Entwicklung.

So neu ist das ganze allerdings nicht. Die Kerngedanken des 17-Punkte-Plans stammen aus dem Jahre 1987 und wurden formuliert im Brundtlandbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen.
Auch am Thema Klimawandel geht aktuell kein Weg vorbei. Unser Vereinsmitglied Dr. Axel Eska hat festgestellt, das auch diese Problematik nicht ganz neu ist und fragt:

Klimawandel, war da nicht mal was?

Wer Briefmarken sammelt, hat nicht nur mehr vom Leben, sondern in der Regel geht das auch mit einer höheren Allgemeinbildung einher, was natürlich voraussetzt, dass der Sammler sich auch mit den Inhalten seiner gesammelten Schätze auseinandersetzt. So kann man als Sammler sich von der aktuellen und weit verbreiteten Meinung, wir müssten das "Klima retten" nicht ganz anstecken lassen, denn immerhin kennen wir schon die Diskussion "Rettet den Wald" aus den 80er Jahren. Die Ausgabe Bund Mi-Nr. 1253 zeigt nicht nur den vorgenannten Slogan, sondern bildet schon 1985 eindrücklich eine Uhr ab, auf der es nicht Fünf vor Zwölf, sondern mindestens schon Vier vor Zwölf steht. Also aller höchste Zeit, etwas zu tun ... Haben wir etwas getan und hat es etwas genutzt ?

Zunächst zur letzten Frage: Das wissen wir noch nicht. Obwohl nach Angaben des Umweltbundesamts allein zwischen 1982 und 1999 ca. 850 Forschungsprojekte zum "Waldsterben" mit einem Budget von fast 500 Milliarden DM gefördert wurden, kann man nicht sicher sagen, was die Ursache(n) ist/sind. Man spricht gern von komplexen Ursachen und Langzeitwirkungen ... was im Hinblick auf das heutige Klima - Thema nicht gerade ermutigend klingt.

Zur ersten Frage: Ja, die Diskussion hat einen gesell-schaftlichen Umbruch bewirkt und Anfang 2019 nahm man sogar an, dass die GRÜNEN den nächsten Bundeskanzler stellen, so gut waren da deren Umfragewerte. Dieser Umbruch und der Wirtschaftsumbruch nach 1990 im Gebiet der ehemaligen DDR haben dazu geführt, dass der Ausstoß von Schwefeldioxid in Deutschland von jährlich 7,5 Millionen Tonnen in 1980 auf 0,5 Millionen Tonnen in 2002 sank. Die gesetzlich vorgeschriebene Verwendung von Drei - Wege - Katalysatoren in PKW ab 1985 hat die Belastung mit Stickoxiden merklich reduziert. Die LKW - Dieselmotoren mussten durch die EURO 4 Norm 2004 folgen, was durch die SCR Technik erreicht wird. Banal gesagt, wird Harnstoff eingespritzt, was Mercedes klangvoll "Bluetec" nennt. Das Problem ist, dass die deutsche Automobilindustrie systematisch die notwendige Menge Harnstoff zur effektiven Anwendung zu niedrig angibt, da die Harnstofftanks aufgrund von Platzproblemen in PKWs zu klein sind, was uns auf ein Hauptproblem der Umsetzung von Umweltschutz bringt: Solange wirtschaftliche Interessen dagegen sprechen, ziehen Umwelt-schutzgesichtspunkte meist den Kürzeren. Erschreckend aus Sicht des Autors ist dabei, dass hier in Deutschland unsere staatlichen Institutionen wie das Bundes-verkehrsministerium und das Kraftfahrtbundesamt, die für die technische Zulassung zuständig sind, im sog. "Dieselskandal" schlichtweg versagen. Es gibt einzelne Strafanzeigen auch von Staatsanwaltschaften gegen diese Behörden, das politische Interesse und das der Medien dafür geht gegen Null.



Wir begeistern uns lieber für Greta (Thunberg), wünschen ihr den Nobelpreis und kaufen vielleicht auch Bio, aber richtig hinschauen möchten wir bitte nicht.

Das trifft leider auch für mein Ausgangsthema zu: Trotz der politischen Ansage der grünen Bundesumweltministerin von 2003, das Waldsterben sei gestoppt, geht es weiter. Nach dem aktuellen Waldzustandsbericht ist nur jeder dritte Baum äusserlich gesund, dafür jeder dritte deutlich geschädigt. Es treffe jetzt nicht mehr komplette Waldgebiete, vermehrt sterben einzelne und viele ältere Bäume. Man hat dafür auch schon einen neuen Begriff kreiert "Waldsterben 2.0". Schuld daran sei - das Klima! Dann kann man ja wieder munter forschen, s.o.. Offensichtliche nachteilige, besser schädigende Umstände wie die explosionsartig zugenommene Weltbevölkerung, der ungebremste Vorrang von Individualverkehr auch hier bei uns, das Verschweigen der wirklichen Preise für Flugverkehr, die des boomenden Kreuzfahrttourismus und auch die des weltumspannenden Warenverkehrs bleiben ausserhalb der Diskussion. Kürzlich sah ich in einem Kaufhaus ein T-Shirt reduziert für 2,99 €. Man muss sich nur einmal ganz kurz überlegen: Was sollen denn da die Näherin in Bangladesh verdienen ? Wie niedrig dürfen Transportkosten sein? Es bedarf keiner Revolution und keiner Blockaden von Tagebauen, vielmehr den Blick auf das Naheliegende: Solange wir wirtschaftlich weiter wachsen, was für die Aufrechterhaltung unserer Sozialsysteme im überschuldeten Finanzsystem erforderlich ist, werden wir unsere Umwelt weiter schädigen. Wachstum verbraucht Ressourcen, selbst wenn es Wachstum im "grünen" Wirtschaftsbereich ist, siehe Windkraftparks und die vielfältigen damit einhergehenden Probleme.



Zum Schluß doch noch etwas Positives: Das Klima kann und wird sich auch ohne uns ändern. Diese Einsicht entlastet uns aber nicht, verantwortlich zu handeln, aber bitte ohne Aktionismus! Einfach mit Ruhe und Übersicht und Augen auf, wie bei vollmundigen Losbeschreibungen. Briefmarkensammler kennen das!

Dr. Axel Eska  

Quellen : Wikipedia, Michel Briefmarken Katalog, Waldzustandserhebung 2018 des BM