Ältester Briefmarkensammlerverein Deutschlands


Das Verkehrsmuseum Dresden


Das Museum entstand 1952 auf Beschluss des Ministeriums für Verkehr der DDR im Zusammenhang mit der Gründung der Hochschule für Verkehrswesen (Abbildung 1, links). Deren Lehrstuhl für Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte war nicht nur am Aufbau des Museums beteiligt. Die Leiterin des Lehrstuhls Elfriede Rehbein war auch die erste Direktorin des Museums.   Hauptgrund für die Errichtung war der Erhalt der im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten Ausstellungsexponate des Sächsischen Eisenbahnmuseums, das 1902 gegründet wurde und dessen Anfänge bis 1877 zurückgehen.

1954 bekam das Museum als Standort das 1945 stark zerstörte Johanneum zugewiesen. Die erste Ausstellung „120 Jahre sächsische Verkehrsgeschichte“ fand 1956 aus Anlass der 750-Jahrfeier Dresdens statt. Nach dem Ende der DDR übernahm der Freistaat Sachsen die Sammlungen als Landesmuseum. 2006 gründeten die Stadt Dresden und die Gesellschaft zur Unterstützung des Verkehrsmuseums eine gemeinnützige GmbH die seitdem das Museum betreibt.

Unter dem Motto „Technik zum Anfassen“ zeigt das Museum Dauerausstellungen zu den vier Verkehrsarten Straßen- und Schienenverkehr sowie Luft- und Schifffahrt. In den vergangenen Jahren wurden drei Ausstellungen bereits modernisiert und mit vielen interaktiven Elementen versehen. Als letztes wird aktuell die Ausstellung zum Schienenverkehr komplett neu gestaltet. Sie soll demnächst neu eröffnet werden.


Abbildung 3: Sonderausgabe der DDR für das Verkehrsmuseum Dresden


Die größten und bedeutendsten Exponate sind, auch historisch bedingt, unter den Schienenfahrzeugen zu finden. Von den 105 Fahrzeugen im Fundus des Museums können allerdings nur acht im Johanneum gezeigt werden. Darunter befinden sich ein Nachbau der von Andreas Schubert konstruierten ersten deutschen Dampflokomotive, der „Saxonia“ (Abbildung 4, links), und die älteste vollständig erhaltene deutsche Lokomotive, die „Muldenthal“. Die Tenderlokomotive stand im Dienst der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn. Sie wurde 1861 von der Firma Richard Hartmann in Chemnitz unter der Typenbezeichnung Sächsische IIb T gebaut.   



Abbildung 5: v.l.n.r. Junkers F13, Richard Hartmann, Tenderlokomotive "Muldenthal"


Die begrenzten Räumlichkeiten im Johanneum und die Größe vieler Ausstellungsexponate führen schon seit Jahren zu Diskussionen um eine Verlegung des Verkehrsmuseums. Bis jetzt sind dazu aber noch keine Entscheidungen gefallen.



Abbildung 6: Sonderstempel mit Vorderansicht des Johanneums


Das Johanneum selbst wurde 1586 als Anbau an das Dresdner Residenzschlosses im Renaissancestil errichtet. Heute kann man sich kaum vorstellen, dass darin die Pferde und Kutschen der Landesherren „fürstlich“ untergebracht waren.



Abbildung 7: Sonderstempel zur Ausstellung "Als Pferdestärken noch starke Pferde waren" im Verkehrsmuseum auf Marke Individuell mit August dem Starken


Das erklärt aber auch die Nähe zum benachbarten Stallhof. Im Obergeschoss befand sich einst die Rüstkammer (heute im Residenzschloss). Bei den 1730/31 erfolgten Umbauten kam die markante Englische Treppe hinzu. Das Gebäude bekam ein zusätzliches Stockwerk, das zwischen 1747 und 1855 die Gemäldegalerie beherbergte. König Johann I. (Abbildung 8) wandelte den „Stall“ dann in ein historisches Museum um. Seit dieser Zeit trägt es ihm zu Ehren auch den Namen Johanneum.  



Abbildung 8: Dresdner Sonderstempel zur Sonderausgabe der DDR für das Verkehrsmuseum Dresden